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Die Lichtbildmaschine mit den vielen Macken: Es ist eine Spielzeug-Kamera, die Filme erstmals im 35mm-Kleinbildformat verschlingt. Die Belichtungszeit ist fix (1/100 Sekunde), auch die Blende (f8/60 mm) ist vorgegeben. Die Schärfe lässt sich zwar einstellen, aber sie muss geschätzt werden. Die Optik "Made in China" ist natürlich aus Plastik - entsprechend stechen die Abbildungsfehler ins Auge. Die unscheinbare Plastik-Kamera, erstmals im 35mm-Kleinbildformat. Wie ihre Mittelformatschwester lässt auch sie deiner Experimentierfreude freien Lauf (z.B. Foto-im-Foto-Effekt!) und dank ihrer sensible Reaktion auf Lichteinfälle lässt jedes Foto zu einem einmaligen Ereignis werden. Die Linsen lassen in der Mitte weniger Licht auf den Film als am Rande (Vignettierung). Diese Launen machen den Charme der billigsten 6x6-Kamera der Welt aus. Jede HOLGA meldet ihre Existenz mit anderen Fehlern an - also besitzt jede schwarze Low-Tech-Kamera trotz Massenproduktion einen eigenen Charakter. So ist das. Die HOLGA 35mm sieht die Welt auf ihre Weise. Die schlampige Königin aller Toy-Cameras wirkt als cooler Emotionsverstärker: Sie fängt die Poesie des Augenblicks ein. Sie ermöglicht neue Sichten auf Gewöhnliches. Sie bildet den surrealen Kosmos in teilweise unschwarfer Perspektive ab. Und die Wundertüte der Experimentalfotografie setzt einen Gegenakzent zur Bilderflut, die von immer perfekteren vollautomatischen Kleinbild- und APS-Kameras meterweise ausgespuckt wird.
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